Dürfen Deutsche Israel kritisieren?
Einen Interessanten Beitrag schrieb Uri Avnery für die Tageszeitung. Er erläutert darin, warum Kritik an Israel kein Tabu sein darf.
Lesenswert ist auch ein aktueller Kommentar von Daniel Bax (ebenfalls in der Tageszeitung), in dem er schreibt:
Doch auch der Versuch [der Presse], beispielhafte Ausgewogenheit zu demonstrieren, wirkt oft etwas bizarr: dann nämlich, wenn die Korrespondenten in Israel nur zu berichten haben, dass sich die Bevölkerung in Bunker zurückziehe und Angst habe - während die Lage im Libanon fast stündlich dramatischer und chaotischer wird. Das Ungleichgewicht des Schreckens zwischen der Militärmacht einer hochgerüsteten High-Tech-Armee, die dabei ist, ein ganzes Land zusammenzubomben, und einer Guerilla-Armee, die mit ihrem Raketen eher ziellos in der Gegend umherzuschießen scheint, ist offensichtlich. Dieses Ungleichgewicht spiegelt sich auch in der Zahl der Opfer. In Israel starben bisher 35, im Libanon schon 340 Menschen - und Hunderttausende sind dort auf der Flucht.
Wenn jetzt, wie angekündigt, Israel im Südlibanon die Bodenoffensive beginnt, dann wird die Zahl der Opfer im Libanon noch weiter nach oben schnellen. In einem solch asymmetrischen Konflikt gerät eine auf taktvolle Balance bedachte Berichterstattung schnell an ihre Grenzen - ja, sie kann sogar tendenziös wirken, wenn der Eindruck entsteht, ein israelisches Opfer sei so viel Aufmerksamkeit wert wie zehn Libanesen.
Der Tenor mancher Springer-Blätter oder der Zeit, die Israel als das eigentliche Opfer dieses Kriegs inszenieren, tut ein Übriges, um dieses Bild zu verfinstern. Das aber wirft, nicht nur in den Augen der Betroffenen, ein trübes Licht auf die ethischen Maßstäbe des Westens.
Der gesamte Artikel ist hier zu finden. Wo steht die deutsche Presse in dieser Frage?
Lesenswert ist auch ein aktueller Kommentar von Daniel Bax (ebenfalls in der Tageszeitung), in dem er schreibt:
Doch auch der Versuch [der Presse], beispielhafte Ausgewogenheit zu demonstrieren, wirkt oft etwas bizarr: dann nämlich, wenn die Korrespondenten in Israel nur zu berichten haben, dass sich die Bevölkerung in Bunker zurückziehe und Angst habe - während die Lage im Libanon fast stündlich dramatischer und chaotischer wird. Das Ungleichgewicht des Schreckens zwischen der Militärmacht einer hochgerüsteten High-Tech-Armee, die dabei ist, ein ganzes Land zusammenzubomben, und einer Guerilla-Armee, die mit ihrem Raketen eher ziellos in der Gegend umherzuschießen scheint, ist offensichtlich. Dieses Ungleichgewicht spiegelt sich auch in der Zahl der Opfer. In Israel starben bisher 35, im Libanon schon 340 Menschen - und Hunderttausende sind dort auf der Flucht.
Wenn jetzt, wie angekündigt, Israel im Südlibanon die Bodenoffensive beginnt, dann wird die Zahl der Opfer im Libanon noch weiter nach oben schnellen. In einem solch asymmetrischen Konflikt gerät eine auf taktvolle Balance bedachte Berichterstattung schnell an ihre Grenzen - ja, sie kann sogar tendenziös wirken, wenn der Eindruck entsteht, ein israelisches Opfer sei so viel Aufmerksamkeit wert wie zehn Libanesen.
Der Tenor mancher Springer-Blätter oder der Zeit, die Israel als das eigentliche Opfer dieses Kriegs inszenieren, tut ein Übriges, um dieses Bild zu verfinstern. Das aber wirft, nicht nur in den Augen der Betroffenen, ein trübes Licht auf die ethischen Maßstäbe des Westens.
Der gesamte Artikel ist hier zu finden. Wo steht die deutsche Presse in dieser Frage?
sebastian_radestock - 22. Jul, 21:45



