Respekt und Akzeptanz
In der Zeit habe ich einen guten Artikel über Zuwanderung und Integration in Deutschland gefunden. Autor ist der CDU-Politiker und nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet.
Laschet beginnt mit der Frage, ob wir eigentlich "für oder gegen eine multikulturelle Gesellschaft" sind. Doch halt!
Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, sieht tagtäglich, dass viele Kulturen seit Jahrzehnten bei uns leben. Da man im Lateinischen "viele" mit "multi" übersetzt, kann man also getrost von einer multikulturellen Gesellschaft sprechen.
Es geht also nicht darum, ob wir eine multikulturelle Gesellschaft wollen oder nicht, sondern darum zu erkennen, dass die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland bereits Realität ist.
Laschet fordert eine gemeinsame Leitkultur. Diese gemeinsame Leitkultur ist nicht mit einer deutsche Leitkultur (oder einer christlichen Leitkultur oder einer muslimischen Leitkultur) zu verwechseln.
Nein, es führt kein Weg vorbei an einer gemeinsamen Leitkultur, in der wir uns auf Grundwerte verständigen, die über das Grundgesetz hinaus Identität schaffen. Das heißt nicht, dass wir über unsere Grundrechte mit Islamisten verhandeln. Das Grundgesetz ist nicht verhandelbar. Doch welche Werte bilden den Kitt unserer Gesellschaft? Wie sollte eine solche Debatte geführt werden, damit sie nicht zerfranst, sondern einen Kanon von Werten schafft, den Deutsche und Zuwanderer akzeptieren?
Laschet betont, dass die gemeinsame Leitkultur eine Sammlung von Grundwerten ist, die alle Seiten akzeptieren müssen. Er verschweigt nicht, dass die Definition dieser Grundwerte diskutiert werden muss. Er fordert aber klare Grundlagen, die nicht diskutiert werden können:
Denn Respekt und Akzeptanz des Fremden setzten die Wertschätzung des eigenen Ichs voraus. Doch haben wir Deutsche das in ausreichendem Maße? Mein Eindruck ist, dass wir uns wieder klar darüber werden müssen, dass unsere Ansprüche an eine offene Gesellschaft nur Zukunft haben werden, wenn auch die sie formenden kulturellen Überzeugungen in ihnen lebendig bleiben.
Anzumerken ist, dass Laschets Artikel das Problem reduziert und eine ganze Menge an Details verschweigt. Aber er ist eine gute Diskussionsgrundlage. Mir gefällt, dass Laschet an die Menschen im Land appelliert. Weniger ermahnend als vielmehr werbend für die multikulturelle Gesellschaft.
Laschet beginnt mit der Frage, ob wir eigentlich "für oder gegen eine multikulturelle Gesellschaft" sind. Doch halt!
Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, sieht tagtäglich, dass viele Kulturen seit Jahrzehnten bei uns leben. Da man im Lateinischen "viele" mit "multi" übersetzt, kann man also getrost von einer multikulturellen Gesellschaft sprechen.
Es geht also nicht darum, ob wir eine multikulturelle Gesellschaft wollen oder nicht, sondern darum zu erkennen, dass die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland bereits Realität ist.
Laschet fordert eine gemeinsame Leitkultur. Diese gemeinsame Leitkultur ist nicht mit einer deutsche Leitkultur (oder einer christlichen Leitkultur oder einer muslimischen Leitkultur) zu verwechseln.
Nein, es führt kein Weg vorbei an einer gemeinsamen Leitkultur, in der wir uns auf Grundwerte verständigen, die über das Grundgesetz hinaus Identität schaffen. Das heißt nicht, dass wir über unsere Grundrechte mit Islamisten verhandeln. Das Grundgesetz ist nicht verhandelbar. Doch welche Werte bilden den Kitt unserer Gesellschaft? Wie sollte eine solche Debatte geführt werden, damit sie nicht zerfranst, sondern einen Kanon von Werten schafft, den Deutsche und Zuwanderer akzeptieren?
Laschet betont, dass die gemeinsame Leitkultur eine Sammlung von Grundwerten ist, die alle Seiten akzeptieren müssen. Er verschweigt nicht, dass die Definition dieser Grundwerte diskutiert werden muss. Er fordert aber klare Grundlagen, die nicht diskutiert werden können:
- Die Anerkennung des Grundgesetzes.
- Das Akzeptieren der in Deutschland gewachsenen Trennung zwischen Staat und Religion.
- Das Wachsen der Bereitschaft bei den Deutschen, auf Mitbürger aus anderen Kulturen zuzugehen sowie Interesse für ihre Sitten, Gebräuche und Freizeitgestaltung zu zeigen.
Denn Respekt und Akzeptanz des Fremden setzten die Wertschätzung des eigenen Ichs voraus. Doch haben wir Deutsche das in ausreichendem Maße? Mein Eindruck ist, dass wir uns wieder klar darüber werden müssen, dass unsere Ansprüche an eine offene Gesellschaft nur Zukunft haben werden, wenn auch die sie formenden kulturellen Überzeugungen in ihnen lebendig bleiben.
Anzumerken ist, dass Laschets Artikel das Problem reduziert und eine ganze Menge an Details verschweigt. Aber er ist eine gute Diskussionsgrundlage. Mir gefällt, dass Laschet an die Menschen im Land appelliert. Weniger ermahnend als vielmehr werbend für die multikulturelle Gesellschaft.
sebastian_radestock - 8. Jun, 18:45



